Meditation ist in aller Munde

Meditation wird zunehmend populärer. In der Gesundheitsprävention erhält sie einen immer höheren Stellenwert. So gibt es inzwischen zahlreiche Studien darüber, dass Meditation Stress reduziert, den Blutdruck senkt und bei Angst-/ Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen hilft. Auch kognitive Fähigkeiten (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung, Konzentration, Lernen, Problemlösen, Kreativität etc.) werden durch regelmäßiges Meditieren geschult, was laut Hirnforschern zu sichtbaren Veränderungen in den dafür zuständigen Hirnregionen führt. Durch regelmäßige Meditation können wir außerdem insgesamt ruhiger und gelassener werden und uns von alten Denkmustern und Verhaltensweisen leichter lösen. Und: einige Menschen haben extreme Glücksgefühle beim Meditieren. Manche Unternehmen bieten Meditation bereits in der Arbeitszeit zur Entspannung an.

Frage: Welche Wirkung hat Eurer Meinung nach Meditation?

Fr. Häußler: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine Kombination aus Körperübungen (Zapchen Somatics), geführten Meditationen, bei denen wir anleiten und anschließendem Sitzen in der Stille die kraftvollste Methode ist, Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen und Kraft zu tanken. Entsprechend bauen wir unsere Kurse auf. Die Bewegungstechniken aus Zapchen-Somatics am Anfang der Stunde helfen uns anzukommen. Manche unserer Kursteilnehmer kommen etwas gehetzt bei uns an, weil sie einen stressigen Tag hinter sich haben. Wenn wir uns da sofort hinsetzen und meditieren würden, könnten sie nicht gut abschalten. Deshalb die Bewegungstechniken am Anfang.

Frage: Welche Rückmeldungen erhaltet Ihr von Euren Teilnehmern?

Fr. Häußler: Rückmeldungen unserer Teilnehmer sind, dass sie ruhiger geworden sind, dass sie bei sich ankommen und einfach abschalten konnten, dass sie präsenter und wacher sind. Allgemein ausgedrückt: Teilnehmer kommen gestresst an und gehen entspannt wieder.

Fr. Steinbrenner: Einige, die vorher noch nie meditiert haben, sind erstaunt, dass sie tatsächlich so lange sitzen können, denn wir schließen meistens mit einem 15minütigen Sitzen in der Stille ab. Vorher sitzen wir auch schon etwa Zehn Minuten während der geführten Meditation.

Frage: Was bringt euch persönlich Meditation?

Fr. Häußler: Mich selber spüren, ein Gefühl zu bekommen, wann ich was tue, weil es für mich stimmt oder wann ich Konventionen entsprechen will.

Frage: Wie wäre das?

Fr. Häußler: Ich habe mich lange Zeit intensiv mit verschiedenen Kommunikationsmethoden beschäftigt und Selbsterfahrungs-Kurse/Seminare besucht. Am Ende war die logische Konsequenz aus allen Erfahrungen die Meditation. Dann begann eine lange Suche und Ausprobieren, über Kommunikationsmethoden, Selbsterfahrung, etc. Am Ende war die logische Konsequenz aus allen Erfahrungen die Meditation.

Frage: Warum das?

Fr. Häußler: Weil ich bei den anderen Methoden immer wieder versuche Techniken zu erlernen, zu optimieren und etwas zu verfeinern. Und bei der Meditation bin ich einfach (ich). Es geht um das Sein. Außerdem geht es leicht. Es macht Spaß. Bei der von mir entwickelten Methode muss der Teilnehmer nichts tun, nichts denken, nichts leisten. Er kann einfach loslassen.

Fr. Steinbrenner: Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass mich die Meditation zu meinem Kern führt. Sorgen und Gedanken, die ich mir sonst mache, werden unwichtig. Nach dem Meditation fühle ich mich immer gestärkt und klar und habe das Gefühl: Alles geht leichter.

Frage: Das Leben läuft leichter mit Meditation?

Fr. Steinbrenner: Bei mir ist das definitiv so. Meditation ist für mich der bewusste Ausstieg aus dem Hamsterrad. Durch sie habe ich es geschafft meine Prioritäten zu finden und in mein Leben zu integrieren. Als ich vor etwa sechs Jahren im Zuge meiner Ausbildung zur Lebensenergie Therapeutin zu meditieren begann, war ich oft innerlich uneins mit mir. Im Außen hatte ich zwar alles – das perfekte Leben, aber dennoch war ich mit dem bloßen Erfüllen meiner Rollen und Pflichten manchmal unzufrieden und unglücklich. Durch das regelmäßige Meditieren hat sich mein Leben sehr zum Positiven verändert. Ich wurde mir darüber klar, was ich wirklich will.

Frage: Wie äußert sich das im Alltag?

Fr. Steinbrenner: Wenn ich morgens meditiere, merke ich manchmal, dass ich im Kopf total voll bin und erst mal leer werden muss. Früher dachte ich, dass ich mir für das Meditieren keine Zeit nehmen kann, weil ich so viel zu tun habe. Aber das Spannende ist, dass mir nach der Meditation meine To Do´s viel leichter und effektiver von der Hand gehen, so dass ich sogar Zeit gewonnen habe. Das heißt, durch die Meditation schaffe ich auch viel mehr und vieles erledigt sich fast wie von selbst. Außerdem kann ich mich besser spüren und merke, was mir gut tut und was ich gerade brauche. Dadurch bin ich gesünder und viel ausgeglichener. Auch auf stressige Situationen reagiere ich gelassener, wenn ich am Morgen meditiert habe. Ich bleibe dann neutral, in der Position des Beobachters und ärgere ich mich viel weniger. Dadurch wurden auch meine Beziehungen zu anderen Menschen viel harmonischer.

Frage: Fr. Häußler, wie hat sich Ihr Leben durch Meditation verändert?

Fr. Häußler: Ich nehme mich besser wahr. Auch andere geben mir die Rückmeldung, dass ich wesentlich ruhiger geworden bin, viel greifbarer, viel wahrnehmbarer als Person. Das nennt man, glaube ich, authentisch.

Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass ich die Welt nicht retten oder verändern muss. Das gibt mir eine hohe Entspannung. Und ich habe eine innere Akzeptanz von dem, was ist. Ich mache meinen Wert nicht mehr von außen abhängig. Genau das, worum es mir jahrelang ging und was ich im Außen gesucht habe, habe ich in der Meditation gefunden.

Frage: Was ratet Ihr Meditations-Anfängern?

Meditation ist – wie so vieles andere auch – Übungssache. An nichts zu denken, fällt vielen Menschen erst einmal sehr schwer. Doch wir sollten uns mit unseren Ansprüchen an die Meditation nicht überfordern, sonst machen wir uns nur zusätzlichen Stress. Wer einfach zuhause in die Meditation einsteigen möchte, sollte am besten früh morgens starten, wenn es draußen und auch in dem Gedankenkarussell noch ruhig ist. Wichtig ist, dass Sie versuchen sich wirklich täglich Zeit zu nehmen, damit Meditation zur Gewohnheit wird. Starten Sie mit fünf bis zehn Minuten und steigern Sie dies, wenn möglich, auf 20 bis 30 Minuten. Wählen Sie einen schönen Platz aus, wo Sie gut entspannen können und gestalten Sie diesen mit schönen Dingen wie Blumen, inspirierenden Bildern und einer Kerze. Beim Meditieren sollten Sie aufrecht und bequem sitzen, die Wirbelsäule sollte frei sein. Ein Meditationskissen hat den Vorteil, dass die Wirbelsäule aufgerichtet ist und die Knie nach unten fallen können. In einer Gruppe fällt es den meisten leichter.

Wenn Sie eine entspannte Stellung eingenommen haben, schließen Sie Ihre Augen und beginnen Sie Ihren Atem wahrzunehmen, wie er ein- und ausströmt. Sie können auch in Gedanken „ein“ und „aus“ denken. Folgen Sie einfach dem Strom des Atems wie er in die Lungen fließt, wie sich der Brustkorb hebt und senkt und wie sich der Bauchraum füllt. Wenn Sie merken, dass Gedanken aufkommen, lassen Sie diese weiter ziehen ohne diese oder Ihre „Meditationsleistung“ zu bewerten und kehren Sie wieder zu Ihrem Ein- und Ausatmen zurück. Sie können sich vor der Meditation einen Wecker stellen, der Sie nach einigen Minuten aus der Meditation holt oder Sie kehren von selbst mit einigen tiefen Atemzügen bewusst in die Außenwelt zurück.

Infos zu unserem Meditationskurs In der Stille liegt die Kraft findet Ihr hier: Meditationskurs

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